Bei RFID ist der Datenträger kein Barcode. Die relevanten Daten werden auf einem Mikrochip, der mit einer Antenne verbunden ist (sogenannter Transponder), gespeichert und mittels elektromagnetischer Wellen zu einem Lesegerät übertragen. RFID kommt aus dem Englischen und bedeutet „radio-frequency identification“, d.h. Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen. Da radiofrequente Wellen Materialien durchdringen, können die Transponder geschützt hinter Klebefolien aufgebracht oder gar in der Verpackung oder im Produkt verbaut werden. Ein Sichtkontakt zum Lesegerät ist demnach nicht erforderlich. Der elektronische Produkt-Code (EPC) steht hier als Überbegriff für eine serialisierte Kennzeichnung von Artikeln, Packstücken etc.
RFID Transponder verfügen mindestens über einen einmal beschreibaren und oft lesbaren Speicher, der ihre unveränderliche Identität enthält. Sie können jedoch auch über einen mehrfach beschreibaren Speicher verfügen, in den während der Lebensdauer Informationen abgelegt werden können. Man unterscheidet grundsätzlich aktive und passive RFID Tags. Bei aktiven Tags kann die Energieversorgung auch durch eine eingebaute Batterie erfolgen. Die passiven Tags erhalten die Stromversorgung über die Hochfrequenzenergie der Antenne während des Kommunikationsvorganges. Weiterhin unterscheiden wir bei den Frequenzbereichen zwischen Langwelle bei 125-134 kHz, Kurzwelle bei 13,56 MHz und UHF bei 865-869 MHz (Europäische Frequenzen).
Ein wesentlicher Vorteil der RFID Technologie liegt wie bereits angedeutet darin, dass zwischen den Objekt und dem Lesegerät kein direkter Sichtkontakt bestehen muss. Diese Tatsache macht sich die sogenannte Pulklesung oder Pulkerfassung zunutze: hierbei werden zeitgleich große Mengen an gekennzeichneten Ladungsträgern, beispielsweise mit RFID getaggte Mehrwegbehälter, erfasst. Der Vorteil gegenüber der Barcode-Technologie liegt auf der Hand: extreme Zeitersparnis für die Mitarbeiter im Warenein- und Ausgang, da sie nicht jeden Behälter einzeln scannen müssen, sondern die Erfassung automatisch verläuft. Hierzu werden RFID Gates eingesetzt. Sollten Sie sich für die Demonstration einer Pulkerfassung interessieren, sprechen Sie uns gern an! Wir führen Ihnen gern die Lesung in unserem Hause vor!
INO-TAG ist der Name für unsere flexiblen RFID Etiketten. Diese bestehen aus unterschiedlichen Etikettenmaterialien wie Papier, Polyester, Polycarbonat oder anderen, kombiniert mit einem RFID Inlay (Antenne + Chip) und einem für Ihre Anwendung angepassten Kleber. RFID Labels ermöglichen eine berührungslose Objektidentifikation. Die Daten können über eine große Entfernung per Funk gelesen, übertragen und verändert werden. Die Lesereichweite ist abhängig von den benutzten Inlay Antennen, den Readern und dem Frequenzband. Die High Frequency (HF) Etiketten im Scheckkartenformat haben eine Reichweite von ca. 30 – 100 cm. Die Ultra High Frequency (UHF) Etiketten haben eine Lesereichweite von mehreren Metern. Durch Antikollisionsmechanismen lassen sich mehrere RFID Labels, die sich im Feld eines Schreib-/ Lesegerätes befinden, ansprechen, ohne dass sich diese gegenseitig stören. Unsere RFID Labels werden vollfarbig bedruckt oder blanko zum nachträglichen Bedrucken im Thermotransfer Verfahren angeboten. Das gewünschte Format ist abhängig von den eingesetzten Inlays. Wir verarbeiten Inlays namhafter Anbieter in den Frequenzen HF 13,56 MHz oder UHF EPC Claas 1 Gen 2 860 – 960 MHz.
Stanzen, Beschreiben, Codieren, Prüfen - die Herstellungsprozesse von RFID Etiketten sind höchst komplex und die Qualität der Transponder ist bereits bei der Verarbeitung entscheidend. Wir setzen ein flexibel einsetzbares RFID Prüf- und Beschreibesystem für Transponder und RFID Etiketten ein, das höchsten Anforderungen genügt. Als Wareneingangskontrolle kann das System sowohl die angelieferten Inlay-Rollen als auch die intern konvertierten Inlays auf Funktionsfähigkeit aller gängigen HF- und UHF-Transponder durch einen Leseprozess feststellen. Die defekten Inlays werden durch einen Marker gekennzeichnet. Die Zykluszeit für den Prüfmodus beträgt im HF- und UHF-Bereich unter 100 Millisekunden. Das System ist in der Lage, Inlays und konvertierte RFID Etiketten von Rolle auf Rolle im kontinuierlichen, getakteten Lauf zu beschreiben. Auch das Beschreiben von Einzeletiketten ist möglich. Nicht beschreibbare oder defekte Inlays werden erkannt und als solche markiert. Alle gängigen Transpondertypen verschiedenster Lieferanten (z.B. KSW, TAG-STAR, UPM RAFLATAC, AVERY DENNISON oder ALIEN) können verarbeitet werden. Dazu zählen alle HF (13,56 MHz) Transponder nach ISO 15693 sowie UHF Transponder (860-960 MHz) nach EPC Class 1 Gen 2 und ISO/IEC 18000-6C.
Unterschiedliche Codierungsarten sind wählbar, beispielsweise GRAI-96 (EPC Behälternummern). Bei dieser Codierungsart werden die Behälternummern, die als Datamatrix- oder Barcode auf das Etikett gedruckt sind, mit einem Scanner ausgelesen, gewandelt und in die entsprechenden Speicherbereiche der Chips programmiert. Die Programmierung ist gemäß der gesamten Partitionstabelle mit unterschiedlichen Stellenanzahlen möglich. Die Zykluszeit für den Codiermodus beträgt im UHF- und HF-Bereich weniger als 400 Millisekunden, wobei eine Maschinenleistung von 13.200 RFID Tags in der Stunde erreicht wird. Die in den Chip geschriebenen Daten können auf Wunsch gelockt werden. Im User-Bereich erfolgt der Schreibschutz mittels Passwort. Eine nachträgliche Beubeschreibung dieser schreibgeschützten Daten ist durch Eingabe des Passwortes möglich. Alle Tätigkeiten des RFID Prüf- und Beschreibesystems werden im Auswertmodus protokolliert und ausgewertet und können dem Kunden bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden.