Der volle Durchblick im Behältermanagement - inotec

Der volle Durchblick im Behältermanagement

Inotec liefert insgesamt 16 Millionen Labels bis 2016 an Migros in die Schweiz

Rund 10 Millionen Mehrwegbehälter befinden sich tagtäglich im Umlauf zwischen mehr als 600 Standorten und Lieferanten des größten Einzelhandelsunternehmens der Schweiz, Migros – eine große Herausforderung für die Organisation der logistischen Prozesse. Um den Waren- und Informationsfluss nachhaltig zu optimieren und effizienter zu gestalten, setzt das Handelsunternehmen bereits seit 2012 auf eine RFID-basierte Behältererfassung. Seit der Integration konnte Migros die Transparenz in der Supply Chain deutlich verbessern, sodass im Februar 2014 weitere acht Millionen RFID-Label von Inotec bestellt wurden. Im Gespräch mit „RFID im Blick“ berichtet Christoph Reill, International Sales Director, welche Mehrwerte Unternehmen wie Migros mit einem RFID-gestützten Behältermanagement generieren können.

„Die Zuverlässigkeit der Applikation ist entscheidend, um ein derart großes Poolsystem mittels RFID zu optimieren“, sagt Christoph Reill. Da die von Migros genutzten Kunststoffbehälter jeden Tag im Einsatz sind, verladen, gestapelt und häufig gereinigt werden, müssen alle genutzten Komponenten dauerhaft resistent gegen äußere Einwirkungen sein und den täglichen Belastungen auch über mehrere Jahre standhalten. „Migros hat uns bestätigt, dass die von uns gelieferten Klebeetiketten, die mittels eines von uns optimierten UV-beständigen HPV-Industrieklebers auf die Kunststoffboxen geklebt sind, seit mehr als zwei Jahren zuverlässig arbeiten“, berichtet der Sales Director. Diese positiven Erfahrungen aus den vergangenen zwei Jahren veranlassten Migros, weitere acht Millionen RFID-Labels bei Inotec zu ordern. So wird die Anzahl der genutzten Labels bis 2016 auf insgesamt 16 Millionen verdoppelt.

Optimierung der eigenen Fertigung
„Ein in Europa zahlenmäßig vergleichbares, geschlossenes RFID-Behälterpoolsystem ist uns nicht bekannt. Die Verdoppelung der genutzten Labels ist ein belastbarer Beleg dafür, dass die Prozesse in der Supply Chain über alle Stufen hinweg effizienter geworden sind“, so Christoph Reill. Um die Lieferung der hohen Anzahl von Labels an Migros in gleichbleibender Qualität dauerhaft zu gewährleisten, wird die Produktion bei Inotec kontinuierlich optimiert. „Schnell liefern zu können ist nur eine Seite der Medaille. Wir verpflichten uns zu einem Qualitätsversprechen unseren Kunden gegenüber. Die dauerhafte Funktionsfähigkeit der Labels hat über den Erfolg der Lösung bei Migros mitentschieden“, berichtet Reill.

Minusgrade? Kein Problem!
Die Behälter könnten auch ohne weiteres im Tiefkühlbereich eingesetzt werden, so Christoph Reill. „Die von Migros genutzten Etiketten können auch bis circa minus 30 Grad im Tiefkühlbereich verwendet werden. Das ist wichtig, selbst wenn keine Tiefkühlware transportiert werden soll. Werden die Kunststoffbehälter beispielsweise bei Minusgraden im Freien gelagert, kann ein einfacher Kleber an Haltbarkeit verlieren und die Etiketten lösen sich bei einer Erschütterung leicht ab.“

Vorteile von RFID-Poolsystemen
Generell gilt, dass eine automatische Erfassung von Behältern in einem Poolsystem die Nachverfolgung und damit die Bestandsführung erheblich vereinfacht. Mögliche Fehler, die bei der manuellen Erfassung entstehen können, werden minimiert. Die UHF-RFID-Technologie ermöglicht eine sichere Pulk-Erfassung von gleich mehreren Behältern in einem Schritt. „Grundsätzlich bietet die RFID-Technologie eine große Bandbreite von Mehrwerten in Poolsystemen. Dennoch muss jedes Poolsystem für sich betrachtet werden. Wenn zum Beispiel Gegenstände aus Metall oder Behälter mit Flüssigkeiten in Boxen transportiert werden, muss die richtige Stelle zum Anbringen der Transponder gefunden werden. Bei solchen Anforderungen prüfen wir die Abläufe zunächst in einem Aufbau bei uns im Testzentrum mit den vom Kunden verwendeten Boxen. Haben wir die bestmögliche Anbringung der Labels identifiziert, testen wir in einem zweiten Schritt ‚live‘ beim Kunden. So können wir Lösungen entwickeln, die nachhaltig Mehrwerte erbringen.“

Grenzen der Haltbarkeit?
Je weniger Labels ersetzt werden müssen, desto schneller rechnet sich die Applikation. Die Erfahrungen zur Haltbarkeit mit den RFID-Labels sammelt Inotec im hauseigenen Testcenter. „Wasser beispielsweise kann einen aggressiven Einfluss auf die Haltbarkeit der Labels nehmen. Wir haben die Möglichkeit, verschiedene Belastungen in Langzeittests zu simulieren. Nur so können wir für unsere Labels mindestens 150 Waschungen garantieren. Bei dieser Anzahl liegt aber noch lange nicht die Grenze der Haltbarkeit. Selbst nach 1000 Waschungen arbeiten die Labels einwandfrei. Wir testen dennoch weiter, bis die Grenzen der Funktionsfähigkeit erreicht sind“, erläutert Christoph Reill und führt weiter aus: „Wenn ein Kunde seine Behälter einmal im Monat reinigt, ist leicht ausrechenbar, wie lange die maximale Lebenszeit eines Labels sein kann.“ Jede Charge Labels wird vor der Auslieferung immer auf die Anforderungen des Kunden geprüft und getestet, bevor sie die Fertigung von Inotec verlässt.

RFID wird sich weiter durchsetzen
„Migros betreibt aktuell eines der größten Mehrwegbehälter-Poolsysteme in Europa, welches das Potenzial von RFID in diesem Bereich eindrucksvoll aufzeigt. Die Nachfrage nach RFID-Lösungen für das Behältermanagement haben aber auch branchenübergreifend kontinuierlich zugenommen“, sagt Christoph Reill mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre und ergänzt: „Insbesondere große Handelsketten entwickeln dabei eine starke Dynamik und sind auf der Suche nach Anwendungen, die eine Nachverfolgbarkeit in der Logistik gewährleisten. Aber auch aus der Industrie – speziell aus dem automobilen Umfeld – erhalten wir zunehmend Aufträge.

Zukunftspotenzial von Inmould-Labels und Labels für ESD-Behälter
Wenn es um die Zukunft des Behältermanagements geht, will Inotec vorne dabei sein. Im Test- und Entwicklungszentrum erarbeiten Ingenieure Lösungen für neue Herausforderungen. Im Bereich der Inmould-Technologie kann Inotec bereits auf eine längere Erfahrung zurückgreifen. „Inmould-Label sind beispielsweise immer dann gefragt, wenn strenge Hygieneanforderungen erfüllt werden müssen. Wir sehen ganz klar einen Trend zum Einsatz von Inmould-Labels für Behälter in der Lebensmittelindustrie und im speziellen in der Herstellung von Fleischereiwaren“, sagt Stefan Meyer, Technical Sales Director bei Inotec. Ein großer Vorteil der Inmould-Technologie ist, dass das Label geschützt mit dem Kunststoff des Behälters verschmolzen ist. Verfügt ein Behälterhersteller über das geeignete Equipment, kann die Fertigung optimiert werden. Es muss nicht gewartet werden, bis die Behälter gekühlt sind, um sie im Anschluss mit einem Etikett zu kennzeichnen. Wenn die Etiketten mittels einer speziell entwickelten Vorgehensweise in die Spritzfertigung bei der Behälterherstellung eingebracht werden, dann sei die Wahrscheinlichkeit, dass durch mechanische Beschädigung so ein Etikett ausfällt, relativ gering, so Stefan Meyer. „Sollte ein RFID- oder Barcode-Inmould-Label trotz der Robustheit der Methode ausfallen, besteht die Möglichkeit, ein Ersatzklebeetikett zu verwenden und so die Kosten für einen neuen Behälter einzusparen. Die Ausfallrate bei Inmould-Labels ist jedoch sehr gering.“

Einen Bereich mit einem großen Potenzial für die Zukunft sieht Inotec beim Kennzeichnen von Behältern aus ESD-Materialien. „Unternehmen aus der Elektonikindustrie nutzen ebenfalls zahlenmäßig umfangreiche Behälterkreisläufe. Bei mehreren hunderttausend Behältern ist eine manuelle Erfassung kaum möglich und eine Pulklesung nahezu unumgänglich. Da die aus ESD-Materialien hergestellten Behälter jedoch mit Standardlabels nur geringe Lesereichweiten zulassen, müssen spezielle Labels verwendet werden. On-Metal-Label funktionieren in diesem Umfeld zwar sehr gut, sind jedoch oftmals zu teuer und lassen ein RFID-basiertes Behältermanagement schnell unwirtschaftlich werden. Eine Inmould-Lösung ist ebenfalls nicht möglich, da ESD-Materialien leitfähig sind. Dieser Herausforderung haben wir uns angenommen und entwickeln aktuell Labels, die zu vertretbaren Kosten im ESD-Umfeld eingesetzt werden können“, berichtet Stefan Meyer.

Bildquellen:
Wikipedia.org / Roland zh
inotec Barcode Security GmbH

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Migros setzt bei der der Distribution von Waren auf Mehrwegbehälter die in einem Pool zwischen Lieferanten, hauseigenen Produktionsbetrieben und allen Filialen in der gesamten Schweiz transportiert werden.
Rund zehn Millionen Mehrwegbehälter zirkulieren bereits im Migros-Poolsystem. Bis 2016 liefert Inotec 16 Millionen Labels zur Behälterkennzeichnung an das größte Schweizer Einzelhandelsunternehmen. Die von Migros verwendeten Labels müssen den täglichen Belastungen der Kunststoffboxen im Behälterkreislauf standhalten. Ebenso darf der verwendete Klebstoff weder durch hohe oder niedrige Temperaturen, noch durch Wasser und Reinigungsmittel auch nach mehreren Jahren nicht an Klebkraft verlieren.